Krankenversicherung für Selbständige
Gesund und handlungsfähig bleiben.
Mit der Selbständigkeit verändert sich oft auch der Blick auf Krankenversicherung. Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, irgendwo versichert zu sein.
Als Selbständige:r entscheidest Du selbst, wie Du krankenversichert bist. Anders als Angestellte bist Du nicht nicht automatisch in einem festen System gebunden. Diese Freiheit ist eine Chance, aber auch eine Entscheidung mit langfristiger Wirkung.
Beitragshöhe, Leistungsumfang, Krankentagegeld, Absicherung im Alter: All das greift ineinander und sollte strategisch geplant werden.
Die Wahl der Krankenversicherung hängt direkt damit zusammen, wie sicher Du Dich im Alltag fühlst – gesundheitlich und finanziell.
Gesetzlich oder Privat - keine Standardentscheidung
Selbständige können grundsätzlich zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) wählen. Anders als bei Angestellten wirkt sich die Wahl des Systems direkt auf Deine unternehmerische Liquidität aus.
Gesetzlich
Gesetzliche Krankenversicherung
Die gesetzliche Krankenversicherung funktioniert nach dem Solidarprinzip.
- Beitrag abhängig vom Einkommen
- Leistungen sind gesetzlich festgelegt
- Familienversicherung möglich
- wenig individuelle Gestaltung möglich
Privat
Private Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung ist individueller aufgebaut.
- Beitrag abhängig von Alter & Gesundheitszustand
- Leistungen sind individuell wählbar
- oft schnellere Termine und umfangreichere Leistungen
- keine kostenfreie Familienversicherung
Krankentagegeld - Dein Finanzielles Sicherheitsnetz
Als Selbständige:r erhältst Du keine Lohnfortzahlung. Schon wenige Wochen Krankheit können spürbare Auswirkungen auf Deine Einnahmen haben, während Fixkosten wie Miete, Verträge, Versicherungen und private Lebenshaltungskosten unverändert weiterlaufen.
Krankheit bedeutet in dieser Phase neben der gesundheitlichen Belastung oft auch finanzielle Unsicherheit. Eine saubere Struktur sorgt dafür, dass in dieser Phase der Fokus auf der Genesung liegen kann und nicht auf der Liquiditätsplanung.
Was das Krankentagegeld leistet:
- Zahlung ab vereinbartem Krankheitstag
- Sicherung laufender privater Kosten
- Stabilisierung der Unternehmensliquidität
- Überbrückung bis zur Rückkehr oder bis eine BU greift
Für langfristige Ausfälle ergänzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung diese Struktur sinnvoll.
Wir unterstützen dich durch sorgfältige Auswahl.
An Deiner Seite
Krankenversicherungstarife unterscheiden sich erheblich, nicht nur im Preis, sondern im Leistungsversprechen. Wir begleiten Dich strukturiert durch die Auswahl und erklären Unterschiede verständlich.
Und wenn sich Dein Unternehmen oder Deine familiäre Situation verändern, passen wir die Absicherung entsprechend an.
Häufig gestellte Fragen zur PKV
Kann ich später zurück in die GKV wechseln?
Ein Wechsel von der privaten (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist gesetzlich stark eingeschränkt und hängt von Deiner konkreten Lebenssituation und Deinem Alter ab. Ein einfacher Widerruf oder Wechsel zwischen beiden Systemen ist in der Regel nicht möglich.
Rückkehr in die GKV vor dem 55. Lebensjahr
Bist du unter 55 Jahre alt, gibt es mehrere Wege zurück:
- Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, bei der dein regelmäßiges Einkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt.
- Bezug von Arbeitslosengeld I, sofern keine Ausnahmeregelung greift.
- Familienversicherung über den Ehepartner, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und kein vorrangiger Versicherungsstatus besteht.
- Aufgabe der Selbstständigkeit und Aufnahme einer versicherungspflichtigen Tätigkeit.
Rückkehr ab dem 55. Lebensjahr
Ab dem 55. Lebensjahr wird es deutlich schwieriger. Nach § 6 Abs. 3a SGB V ist eine Rückkehr grundsätzlich ausgeschlossen, wenn du in den letzten fünf Jahren vor Eintritt einer möglichen Versicherungspflicht überwiegend privat versichert oder versicherungsfrei warst. Ausnahmen sind selten, beispielsweise wenn:
- bereits zuvor ein Anspruch auf Familienversicherung bestand oder
- besondere Konstellationen im europäischen Sozialversicherungsrecht greifen.
Für Selbstständige
Selbstständige können nicht allein durch eine Einkommensminderung in die GKV zurückkehren. Sie müssen ihre hauptberufliche Selbstständigkeit tatsächlich aufgeben oder so weit reduzieren, dass eine versicherungspflichtige Beschäftigung zur Haupttätigkeit wird.
Für Beamte
Beamte sind in der Regel versicherungsfrei und können normalerweise nicht in die GKV zurückkehren. Eine Rückkehr ist meist nur möglich, wenn das Beamtenverhältnis endet und anschließend ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis aufgenommen wird.
Was passiert mit der PKV?
Bei einem Wechsel in die GKV wird die PKV gekündigt. Bereits gebildete Alterungsrückstellungen können – je nach Tarif und Zeitpunkt – teilweise im Basistarifsystem berücksichtigt werden, gehen aber überwiegend nicht in die GKV über.
Fazit
Sofern Du einen guten leistungsstarken PKV-Tarif für dich abgeschlossen hast, bietet dieser einen weitaus besseren Kostenschutz im Krankheitsfall als die GKV. Gerade im Alter bist Du auf eine gute Versorgung angewiesen, ob bei Zahnersatz oder hinzukommenden chronischen Erkrankungen. Und sollten Deine Einkommensverhältnisse vielversprechend sein, ist die PKV in vielen Fällen oft die bessere Wahl und bietet ein starkes Preis-/ Leistungsverhältnis.
Was passiert im Alter mit den Beiträgen?
Im Alter entwickeln sich die Krankenversicherungsbeiträge in der gesetzlichen (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) nach völlig unterschiedlichen Prinzipien.
GKV: hier zahlen Rentner:innen Beiträge, die sich exakt nach ihrer Leistungsfähigkeit (Deinem Einkommen) richten. Folgende Parameter sind entscheidend:
- Bemessungsgrundlage: Der Beitrag wird auf die gesetzliche Rente, Betriebsrenten sowie auf weitere Einnahmen (wie Mieteinnahmen oder Dividenden) erhoben.
- Beitragssatz: derzeit gilt der allgemeine Beitragssatz zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitrags.
PKV: In der PKV orientieren sich die Beiträge unabhängig von Deinem Einkommen am gewählten Tarif und deinem Gesundheitszustand.
- Beitragsstabilität im Alter: Während des Erwerbslebens zahlen Privatversicherte einen gesetzlichen Zuschlag und bauen sogenannte Altersrückstellungen auf. Diese sollen helfen, die Kosten im Rentenalter abzufedern.
- Entlastungen bei Rentenbeginn: Mit dem Eintritt in die Rente entfällt der 10-prozentige gesetzliche Zuschlag. Auch teure Zusatzbausteine wie das Krankentagegeld fallen weg.
Risiko beider Systeme: Die Beiträge können im Laufe der Jahre durch allgemeine Preissteigerungen (Inflation oder Anpassungen der GOÄ und Entwicklung von Behandlungskosten und des demographischen Wandels) ansteigen. Zur Senkung der Kosten besteht jedoch in der PKV ein gesetzliches Recht auf einen internen Tarifwechsel.
Ist die PKV für Selbständige teurer?
Nein, die Private Krankenversicherung (PKV) ist nicht automatisch teurer als die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Welches System günstiger ist, hängt stark von Deiner individuellen Lebenssituation, Deinem Alter, Deinem Gesundheitszustand bei Eintritt und Deiner beruflichen sowie familiären Planung ab.
GKV: Der Beitrag ist einkommensabhängig. Er wird prozentual vom Bruttoeinkommen berechnet (ca. 14,6 % plus kassenindividueller Zusatzbeitrag) und steigt bei mehr Verdienst bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die in regelmäßigen Abständen angehoben wird. Zu beachten gilt, die verschiedenen Einkommensarten, wie z.B.:
Arbeitseinkommen aus selbstständiger oder nichtselbstständiger Arbeit, Renten und Pensionen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kapitalerträge (wie Zinsen und Dividenden).
PKV: Der Beitrag ist einkommensunabhängig. Er richtet sich nach dem gewählten Tarif, Deinem Eintrittsalter und Gesundheitszustand (ggf. mit Risikozuschlag).
Was ist, wenn ich bereits Vorerkrankungen habe?
Hierbei ist es wichtig, die Gesundheitshistorie für den Versicherer detailliert aufzuarbeiten, so dass das Risiko eingeschätzt werden kann. Häufig ist ein Versicherungsschutz trotzdem möglich, wenn auch mit möglichen Einschränkungen wie Risikozuschlag oder Leistungsausschlüsse. Eine individuelle Prüfung ist daher unbedingt erforderlich.
Wie kann ich meine Kinder krankenversichern?
Die Versicherung von Kindern hängt stark vom Status der Eltern (privat oder gesetzlich), dem Einkommen und dem Familienstand ab. Grundsätzlich besteht eine Wahlfreiheit zwischen Privater Krankenversicherung (PKV) und Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV).
Hier sind die wichtigsten Wege, wie Kinder versichert werden können:
–Gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Wenn mindestens ein Elternteil gesetzlich versichert ist (und bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden), sind Kinder in der Regel beitragsfrei in der Familienversicherung mitversichert.
–Private Krankenversicherung (PKV): Jedes Kind kann privat versichert werden, was oft individuellere Leistungen (z. B. beim Zahnersatz) bietet. Die Beiträge sind in der PKV jedoch altersabhängig, richten sich nach dem Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss und werden pro Kind erhoben.
Besonderheit bei Beamten: Kinder von Beamten erhalten Beihilfe. Daher ist hier eine PKV, sofern es die Gesundheitsprüfung zulässt, meist deutlich günstiger mit besseren Leistungen und letzlich die bessere Wahl als eine freiwillige GKV-Mitgliedschaft.
Was kostet die Beratung zum Thema PKV bei Euch?
In den meisten Fällen ist unsere Beratung kostenneutral. Entscheidest Du Dich nach der Beratung für einen Versicherungsvertrag, erfolgt die Vergütung über den jeweiligen Versicherer. Für Dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Beratungskosten. In einigen Bereichen gibt es alternativ auch provisionsfreie Tarife. Hier wird die Beratung direkt von Dir vergütet. Welche Variante sinnvoll ist, besprechen wir transparent, bevor Kosten entstehen.
Leistungen, die nicht über die Vergütung des Versicherers gedeckt sind, erbringen wir auf Wunsch im Rahmen vorab abgestimmter transparenter Servicevereinbarungen (z.B. Hilfestellung zur Schadenregulierung von Fremverträgen, Wissenvermittlung und individuelles Coaching ohne Produktvermittlung oder Sortierung bestehender Verträge).
Bereit, wenn Du es bist.
Lass uns in einem unverbindlichen Erstgespräch herausfinden, wo Du gerade stehst und welche Entscheidungen Dir zu der Freiheit verhelfen, die Du Dir wünscht.